Kann über das Internet sicher kommuniziert und Handel betrieben werden?
Kann über das Internet sicher kommuniziert und Handel betrieben werden?
Die Medien weisen liebend gern darauf hin, dass sich bei einigen Firmen die mit dem E-Commerce verknüpften finanziellen Erwartungen nicht erfüllt haben und viele Jungunternehmen keine schwarzen Zahlen schreiben. In Wirklichkeit besitzen aber zahlreiche Unternehmen erfolgreiche E-Commerce-Sites. Gut laufende Technologieunternehmen waren unter den ersten, die Online-Shopping- und Online-Einkauf-Sites für Geschäfte im Business-to-Business- wie auch im Business-to-Consumer-Bereich aufgezogen haben. Zwei exzellente Beispiele sind Dell und Cisco. Dell erzielt mit Webtransaktionen Gewinne von mehr als sieben Millionen US-Dollar täglich, und bei Cisco überschritt der Jahresumsatz aus dem Internet-Handel 1998 die Marke von einer Milliarde US-Dollar.
Allerdings führte der E-Commerce bei Unternehmen, die Marketing, Betriebsabläufe und Technologie nicht in ihre Geschäftsmethoden integriert haben, langsamer als erwartet zu einer Erhöhung des Absatzvolumens.
Es braucht Zeit, um den elektronischen Handel als neuen Geschäftskanal zu verstehen und zu managen, statt in ihm nur eine für Werbezwecke nützliche Technologie und ein Marketinginstrument zu sehen. Möglicherweise verfügt ein Unternehmen auch noch nicht über die Infrastruktur für die Einbindung seiner Website in seine augenblicklichen Anwendungen. Der Online-Einkauf ist immer mit einer finanziellen Transaktion und dem Ausfüllen eines Bestellformulars verbunden. Wer sich darauf einlässt, eine E-Commerce-Site ins Netz zu stellen, muss deshalb auch für Buchführung, Lagerbestandskontrolle, Versandabwicklung und Kundensupport sorgen.
Die ersten Berichte zu Fortune-2000-Unternehmen zeichneten ein schiefes Bild vom künftigen Erfolg des Internets. Viele große Firmen erwarteten, sich durch die Einrichtung einer Website mit der Möglichkeit zum Online-Einkauf auf der Stelle eine bedeutende Einnahmequelle zu erschließen. Wie jeder andere Distributionskanal erfordert aber auch die Entwicklung eines erfolgreichen E-Commerce-Dienstes viel Zeit, Energie und Initiative. Im vorliegenden Buch werden zahlreiche Methoden diskutiert, wie Unternehmen den E-Commerce in ihre Geschäftspraktiken einbauen und funktionierende Absatzkanäle schaffen können.
Die Neuartigkeit der Technologie des Internet-Handels stellt ein zusätzliches Hindernis dar. Die Tools für das Management von Websites sind nicht ausgereift und erschweren es frisch gebackenen Webmanagern, Dienste einzubinden. Noch steckt der elektronische Handel in den Kinderschuhen, und Unternehmen fangen gerade erst an zu erkunden, auf welche Weise ihnen die Präsenz im Internet zu einem steigenden Verkauf verhilft. Die meisten Analysten sehen im E-Commerce allerdings einen aufstrebenden und wachsenden Geschäftskanal. CommerceNet zufolge, einem Konsortium für die Entwicklung des Internet-Handels, shoppten 1997 in den Vereinigten Staaten rund 30 Millionen Webuser online, aber nur etwa zehn Millionen nutzten das Internet für den Kauf von Waren. Im Jahr 2000, so die Prognose, werden dagegen fast 90 Millionen Amerikaner im Internet stöbern und knapp 40 Millionen online einkaufen.
Bei Pricewaterhouse Coopers World Economic Forum erklärten 35 Prozent der weltweit befragten Unternehmen, dass sie nicht damit rechneten, 1999 Geschäfte über das Internet abzuwickeln, wohingegen sich der Anteil für 2004 nur noch auf acht Prozent belief. Die folgende Abbildung verdeutlicht die erwartete Zunahme beim E-Commerce.
Um die Gewinne aus dem Online-Shopping und Online-Einkaufen zu maximieren, müssen Sie den elektronischen Handel in Ihre Gesamtmarketing- und -verkaufsstrategie einbauen und diese wiederum mit Ihren Betriebs- und Informationsservices-Abteilungen verbinden. Das hat allerdings gravierende Veränderungen Ihrer Geschäftspraktiken zur Folge. So wird es Ihrer Buchhaltung obliegen, die Internet-Transaktionen zu überwachen. Ihre Vertriebsabteilung muss die Kunden in der Nutzung Ihrer Website schulen. Ihr Betriebsbereich wird sich so anpassen müssen, dass die Durchführung von Online-Geschäften möglich ist, und die Marketingabteilung wird dafür verantwortlich sein, Programme zu entwickeln, die sich gut für das Internet eignen. Zur Einbindung des E-Commerce in Ihre Unternehmensausrichtung gehört auch sicherzustellen, dass die Produktinformationen auf der Website immer rechtzeitig aktualisiert werden. Auf jedem Dokument, das üblicherweise Ihre Telefonnummer enthält, sollte auch die Webadresse Ihres Unternehmens genannt sein, also auf Visitenkarten, Briefköpfen, Werbeanzeigen, Datenblättern und Rechnungen. Der elektronische Handel ist keine separate Marketingfunktion, sondern ein Distributionskanal, der in die Struktur Ihres Unternehmens eingegliedert werden muss.